Georg Tabori, Mein Kampf

Rezension von Eren Aksoy

Am 22.02.2018 haben wir, die Klassen BFW 2c und BWF U5, das Theaterstück Mein Kampf in der Flora besucht. Dadurch, dass unsere Klasse großes Interesse für die Weltgeschichte zeigte, schlug uns unsere Deutschlehrerin, Frau Dr. Block, vor, das Stück Mein Kampf gemeinsam anzusehen. Meine Vorstellung war, dass mich eine Tragödie erwartete und der Hass und die Ausbeutung der Menschen vorgeführt werden würde. Doch Georg Tabori überraschte uns Zuschauer, indem er mit seinem Theaterstück dem Rassismus und Massenmord einen schwarzen Humor und eine absurde Komik entgegensetzte.

Den Zuschauer erwartet eine dreistündige Geschichte, in der die Veränderung eines Menschen in einem Unmenschen dargestellt wird.

Das Stück spielt 1910 in einem Männerasyl in Wien. Mit der Hoffnung, Kunst zu studieren kommt der junge, unbegabte Zeichner Adolf Hitler nach Wien, um sich dort für eine Aufnahme an der Kunstakademie vorzustellen.. Er trifft dort auf die Juden Schlomo Herzl und den Koch Lobkowitz. Herzl und Hitler werden gute Freunde.

Von der Kunstakademie wird Adolf Hitler abgelehnt. Der Direktor findet die Gemälde von Hitler nicht gut genug und meint, dass er lieber Streicher werden solle. Dies macht ihn traurig, aber vielmehr ist er wütend.

Ein Sensenmann kommt zum Vorschein, der den Tod symbolisieren soll. Er sucht nach Hitler, denn er steht als Nächstes auf seiner Liste.

Dann gibt es im Stück einen Zeitsprung. Hitler ist in die Politik gegangen, um die Welt zu retten. Er kommt mit seinen Kumpanen zurück und sucht nach dem Buch Mein Kampf. Das Buch ist jedoch noch nicht fertig.

Zum ersten Mal erlebt der Zuschauer Hitler als Führer, als er einem seiner Männer befiehlt, Schlomos Huhn auf eine brutale Art und Weise zu töten. Dabei hat dieser enormen Spaß und verwandelt sich in einen Unmenschen. Schlomos Satz ist hier ausschlaggebend: "Wenn ihr Vögel verbrennt, werdet ihr anfangen, Menschen zu verbrennen". Dies erinnerte mich an die Worte von Heinrich Heine: "Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen". Man könnte meinen, Heine war Hellseher. Er hat die Bücherverbrennung von 1933 und die sich anschließenden Gräueltaten des Nationalsozialismus in Deutschland vorhergesehen.

Der erneut auftretende Tod gibt Adolf Hitler seine Sense und sagt ihm: "Dies ist ein neuer Beginn". Damit startet der Holocaust, d.h. der Massenmord, an dem ca. 6 Millionen Juden gestorben sind.

Das Stück endet mit einer Szene, in der ein alter Mann einem Mann ein Stück Würfelzucker übergibt und sagt: "Esse Mann, Esse. Das wirst du für die nächsten Jahre brauchen“. Dies lässt darauf hindeuten, dass der Krieg vor der Tür steht und damit auch die Armut und das Chaos.

Ich hatte zur Beginn Schwierigkeiten, in das Stück reinzukommen, weil viele verschiedene Szenen dargestellt wurden und mir auch viele Begriffe, die die Schauspieler nannten, unbekannt waren. Aber trotzdem würde ich dieses Bühnenwerk anderen Schulen weiterempfehlen, denn die Vorgehensweise des Stückes und die Entwicklung und Darstellung waren sehr interessant und sehenswert. Insbesondere der Humor, den der Autor verwendet hat, ist komplett anders, als das, was man erwartet.

Ich würde sagen, die Zuschauer sollen sich überraschen lassen.