Eine Woche in Trnava (Slowakei)

vom 18.03.2018 bis 23.03.2018

Die Vorbereitung der Lehrer-Schüler-Mobilität:

Die Lehrer-Schüler-Mobilität zur slowakischen Partnerschule SOSE (Stredna odborna skola elektorotechnicka) nach Trnava wurde bereits ab Januar im Unterricht vorbereitet.

Zum einen wurde von Frau Böwer eine Unterrichtseinheit zum Thema „Living memory – Opportunities with ICT“ eines Lehrers der italienischen Partnerschule (Liceo Statale G. Marconi) in der Klasse BGF-U3 durchgeführt und die Ergebnisse in Form einer PPP verschriftlicht. Zum anderen bereiteten alle am Austausch in Trnava beteiligten Schüler*innen (SuS) der BGF-O1 eine Videokonferenz vor. Im Rahmen dieser Skype-Konferenz stellten die SuS sich selbst, ihre Schule, ihren Bildungsgang sowie ihre Stadt vor. Diese Konferenz fand am 15.02.2018 statt und wurde von Herrn Klimach betreut. Obgleich die SuS die Skype-Konferenz als gelungene Vorbereitung für den Austausch empfunden haben, war sie für die Mehrheit aller Beteiligten eine neue und ungewohnte Erfahrung, die mit einiger Nervosität einherging. Am Ende war die Skype-Konferenz aber auf jeden Fall ein voller Erfolg. Darüber hinaus pflegten alle an der Fahrt beteiligten SuS mit ihren Austausch-SuS einen regen Kontakt, z.B. über Facebook, um einander besser kennenzulernen.

Alle weiteren Vorbereitungen rund um die Mobilität erfolgten im Unterricht von Frau Römer.

Ankommen in Trnava

Am 18.03.2018 machten sich die SuS und die beiden sie begleitenden Lehrerinnen Frau Jahn und Frau Römer vom Flughafen Düsseldorf mit dem Flugzeug auf den Weg in die Slowakei.

Erster Teil Erfahrungsbericht von Sara Y. und Hasan Ü.:

„Wir kamen abends in Trnava an und warteten vor dem Hotel der Lehrerinnen auf unsere Gastfamilien. Wir waren alle sehr aufgeregt und wussten nicht was uns genau erwarten würde. Alle SuS wurden zur vereinbarten Zeit abgeholt und danach saßen wir in fremden Autos in einem fremden Land. Jeder fuhr mit seiner Gastfamilie nach Hause. Wir wurden alle sehr herzlich aufgenommen und haben uns sofort wohlgefühlt.“

Hasan Ü.: „Die Fahrt dauerte bei mir ungefähr 45 Minuten. Die anderen SuS wohnten auch nicht direkt in Trnava, sondern etwas außerhalb. Meine Familie lebte in einem kleinen Dorf  namens Madunice. Dort gab es nur Einfamilienhäuser, es war eine sehr schöne und ruhige Gegend. Abends habe ich mit meiner Familie gegessen und wir haben uns unterhalten. Am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg zur Schule. Erst mit dem Bus und dann mit dem Zug nach Trnava.“

Der erste „richtige“ Tag in Trnava begann mit einer gemeinsamen Eröffnungsveranstaltung, auf der alle Lehrer*innen und SuS von Herrn Bilik, dem Schulleiter der Partnerschule SOSE begrüßt wurden. Danach wurden alle Teilnehmer*innen durch die Schule geführt, anschließend gab es ein gemeinsames Mittagessen in der Schulkantine. Nach dem Mittagessen folgte eine getrennte Arbeitsphase für Lehrer*innen und SuS. Im Anschluss daran feierten alle gemeinsam eine „welcome party“. Es wurde u.a. Musik aus dem jeweiligen Land gespielt und alle Gruppen stellten sich auf der Bühne vor.

Zweiter Teil Erfahrungsbericht von Sara Y. und Hasan Ü.:

„Wir wurden alle sehr herzlich von den SuS  und Lehrer*innen aufgenommen und trafen uns mit einigen SuS in einer kleinen Aula. Dort stellten sich der Direktor und mehrere Lehrer*innen vor. Man zeigte uns ein interessantes Video über die Stadt und einen Beitrag über die tägliche Mediennutzung im Unterricht. Natürlich durfte ein Rundgang durch die Schule nicht fehlen. Uns fiel sofort auf, dass die slowakischen SuS in der Schule Hausschuhe tragen müssen. Ihre Straßenschuhe können sie in Holzboxen einschließen. Außerdem fiel uns auf, dass die Schule keine Kreidetafeln mehr hat, sondern ausschließlich moderne SMART Boards® benutzt.“

Im Anschluss an das offizielle Rahmenprogramm des ersten Tages konnten die SuS entscheiden, wie sie ihre abendliche Freizeit gestalten wollten. Fast alle SuS verabredeten sich mit den Gastschülern und den SuS aus den anderen Partnerschulen und verlebten einen schönen Abend in Trnava.


Dritter Teil Erfahrungsbericht von Sara Y. und Hasan Ü.:

 „Wir als Gäste waren schon gespannt, wie die Freizeit eines Jugendlichen in der Slowakei so aussehen würde. Dies haben wir bereits am ersten Abend erleben können. Die Jugendlichen unternehmen sehr viel mit ihren Freunden, sie  treffen sich meistens in Cafés oder Kneipen, in denen die Getränke preiswert sind. Dort unterhalten sie sich stundenlang. Sie spielen aber auch gemeinsam Billard oder gehen Bowlen. Es war für uns sehr schön zu sehen, dass in ihrer Freizeit Handys fast keine Rolle spielen, sondern der persönliche Kontakt im Vordergrund steht.“


Übersicht Wochenprogramm

Dienstag 20. März 2018
morgens:    historische Stadtführung und Besuch des Konzentrationslagers Sered
mittags:    gemeinsames Mittagessen in der örtlichen Wirtschaftsschule und Nachbereitung der Erfahrungen aus dem Konzentrationslager
nachmittags:    Besichtigung des Schlosses Smolenice
abends:        Zeit zur freien Verfügung

Mittwoch 21. Märze 2018
morgens:        Besuch in Bratislava
nachmittags:        getrennte Arbeitsphasen Lehrer*innen und SuS
abends:        Zeit zur freien Verfügung
    
Donnerstag 22. Märze 2018
morgens:        getrennte Arbeitsphasen Lehrer*innen und SuS
mittags:        Mittagessen im „Café Castellum“ in Nitra
nachmittags:    Besichtigung der Burg Nitra und der Stadt Nitra, anschließend gemeinsame Evaluation der Woche in Trnava
abends:        Zeit zur freien Verfügung

Freitag 23. Märze 2018
Morgens:        Rückreise der angereisten Teilnehmer*innen

Vierter Teil Erfahrungsbericht von Sara Y. und Hasan Ü./ Fazit:

„Wir lernten viele neue und interessante Menschen kennen. Wir redeten viel über unseren Schulalltag, unsere Zukunftspläne und unsere Hobbies. Wir fanden es spannend, dass alle Jugendlichen fast die gleichen Hobbies und Interessen haben wie wir. Uns ist aufgefallen, dass auch die SuS in der Slowakei nach dem Schulabschluss nach Unabhängigkeit und einer sicheren Zukunft streben.

Die slowakischen Jugendlichen sind in einigen Bereichen viel offener und zugänglicher, sie sind weniger kontaktscheu, als wir das manchmal aus Gelsenkirchen gewohnt sind.

Wir haben einiges über das Schulsystem in der Slowakei erfahren und wie in der Partnerschule mit neuen Medien gearbeitet wird. Das Kite-Projekt hat uns allen insgesamt sehr gut gefallen. Wir haben dadurch interessante Menschen kennengelernt und eine andere Kultur erlebt. Die neu geknüpften Kontakte wollen wir aufrechterhalten und uns vielleicht auch noch einmal gegenseitig besuchen.

Die manchmal doch vorhandene Sprachbarriere hat uns nicht daran gehindert viel Spaß zu haben. Es war eine tolle Erfahrung eine Woche lang nur Englisch sprechen zu müssen. Wir wünschen zukünftigen BGF-SuS, dass sie auch einmal an so einem europäischen Projekt teilnehmen können!“

Im Anschluss an die Fahrt wurde durch Frau Consiglio von der italienischen Partnerschule eine Online-Evaluation mittels Online-Fragebogen durchgeführt, an der sich alle SuS und Lehrer*innen beteiligt haben.

Text und Fotos: Sara Y., Hasan Ü., Frau Jahn und Frau Römer