Zweijährige Berufsfachschule

Gesundheit und Soziales (BGF)

Überblick

Der zweijährige Bildungsgang Berufsfachschule (vormals: Höhere Berufsfachschule HBF) im Fachbereich Gesundheit und Soziales bietet die Möglichkeit sowohl den schulischen Teil der Fachhochschulreife als auch berufliche Kenntnisse in den Sozial- und Gesundheitswissenschaften zu erwerben. Der Bildungsgang ermöglicht einen Einstieg in ein Berufsfeld mit Zukunftsperspektive: Er bereitet die Schüler/-innen auf eine Ausbildung  im Bereich des Sozial- und Gesundheitswesens vor. Der Abschluss  berechtigt zudem zur Aufnahme einer Ausbildung in den Fachschulen des Sozialwesens  oder zu einem Studium an einer Fachhochschule.

Zum Erwerb der Fachhochschulreife müssen erforderliche Praktika absolviert werden. Vor- und Nachbereitung dieser Praktika sind u.a. Bestandteile des Unterrichts. Durch die Theorie- und Praxisverzahnung ist gewährleistet, dass die Schülerinnen und Schüler eine grundlegende Vorbereitung auf berufliche Praxis erfahren.

Eingangsvoraussetzungen

Zum Besuch dieses Bildungsganges benötigen Sie:

  • mindestens einen mittleren Schulabschluss (Fachoberschulreife / FOR) oder
  • Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe

Abschluss

Mit dem erfolgreichen Absolvieren dieses Bildungsganges erlangen Sie berufliche Kenntnisse im Berufsfeld Gesundheit/Soziales und studienbezogene Kompetenzen, die zur Aufnahme einer Ausbildung / eines Studiums grundlegend notwendig sind sowie der schulische Teil der FHR. In Verbindung mit einem einschlägigen halbjährigen Praktikum oder einer mindestens zweijährigen abgeschlossenen Berufsausbildung nach Bundes- oder Landesrecht oder einer mindestens zweijährigen Berufstätigkeit wird der Erwerb der vollen Fachhochschulreife ermöglicht.

Fort- und Weiterbildung

Neben vielen weiteren Möglichkeiten einer Fort- bzw. Weiterbildung, sind die wohl wichtigsten:

  • Mit dem schulischen Teil der Fachhochschulreife ist unter Beibehaltung des fachlichen Schwerpunktes ein Übergang in die Jahrgangsstufe 12 des Beruflichen Gymnasiums möglich, um die Allgemeine Hochschulreife (AHR) zu erwerben.
  • Einstieg in eine qualifizierte Berufsausbildung (fachlich nicht eingeschränkt)
  • Der Abschluss berechtigt zur Aufnahme einer Ausbildung in den Fachschulen des Sozialwesens.
  • Aufnahme eines Studiums an einer Fachhochschule (fachlich nicht eingeschränkt)

Stundentafel / Fächer

Informationen über die Fächer

Berufsbezogener Lernbereich

  • Profilfächer des Bildungsganges:
    • Gesundheitswissenschaften mit Pflege (GEW)
    • Sozial- und Erziehungswissenschaften (SEW)
  • Mathematik
  • Biologie
  • Wirtschaftslehre
  • Englisch
  • Französisch/Spanisch (in Klasse 12)
  • Praktikum

Berufsübergreifender Lernbereich

  • Deutsch/Kommunikation
  • Religionslehre
  • Sport/Gesundheitsförderung
  • Politik/Gesellschaftslehre

Differenzierungsbereich

  • Datenverarbeitung
  • Rechts- und Gesetzeskunde
  • Projektarbeit
  • Erste Hilfe

Inhalte

Nähere Informationen zum berufsbezogenen Lernbereich und den Profilfächer

Im Mittelpunkt des berufsbezogenen Lernbereiches stehen berufliche Tätigkeiten und Abläufe in Betrieben und Einrichtungen sowie das zielorientierte, planvolle und rationale Handeln von Menschen im Beruf. Im Fachbereich Gesundheit/Soziales greifen Sozial- und Fachkompetenz ineinander, da eine hohe Beziehungsfähigkeit, Anpassungs- und Durchsetzungsfähigkeit von grundlegender berufsqualifizierender Bedeutung ist.

Profilfächer

Die Entwicklung beruflicher, fachlicher, gesellschaftlicher und persönlicher Kompetenzen in den Bereichen GEW und SEW werden mit der Perspektive auf die Vorbereitung einschlägiger Berufsausbildungen gefördert. Gesundheits- und Pflegewissenschaftliche sowie Sozial- und Erziehungswissenschaftliche Theorien bilden eine Grundlage für den Erwerb studienbezogener Kompetenzen.

GEW: Die Schülerinnen und Schüler erwerben Kompetenzen, die sie befähigen, ihr eigenes Gesundheitsverhalten zu reflektieren und zur eigenen sowie zur Gesundheit anderer beizutragen. Sie werden auf eine verantwortungsvolle Rolle als Akteur im zunehmend bedeutsamen Gesundheitswesen vorbereitet. Praktische und theoretische Inhalte werden eng verzahnt.

SEW: Es werden grundlegende Kompetenzen pädagogischen Handelns vermittelt. Die Schülerinnen und Schüler entwickeln die Bereitschaft und Fähigkeit zur Selbstreflexion und die Fähigkeit, Alltagswissen durch wissenschaftliche Erkenntnisse zu erweitern. Praktische und theoretische Inhalte werden eng verzahnt.

Informationen zum Praktikum

Zeitlicher Rahmen der Praktika

  • In den Fächern des berufsbezogenen Lernbereichs integriertes Praktikum: Die in den Lehrplänen vorgegebenen und in den Fächern zu vermittelnden berufspraktischen Verfahren und Inhalte werden von der Schule im Umfang von vier Wochen auf das halbjährige Praktikum am Ende des Bildungsganges angerechnet.
  • Ergänzendes schulisches Praktikum in Differenzierungsbereich: Soweit im Differenzierungsbereich ergänzende berufspraktische Unterrichtsveranstaltungen angeboten werden, können diese von der Schule im Umfang von bis zu vier Wochen auf das halbjährige Praktikum am Ende des Bildungsganges angerechnet werden.
  • Zusammenhängendes Praktikum während des Bildungsganges: Soweit die Schule ein Praktikum im Umfang von bis zu vier Wochen während der Unterrichtszeit organisiert, wird dieses am Ende des Bildungsganges von der Schule im abgeleisteten Umfang auf das halbjährige Praktikum angerechnet. Die wöchentliche Arbeitszeit regelt sich nach den gesetzlichen und tariflichen Bestimmungen und orientiert sich an einer 38,5 Stundenwoche. In diesem Rahmen richtet sich die Verteilung der Arbeitszeiten nach den Gegebenheiten im jeweiligen Betrieb. Die Schülerinnen und Schüler müssen jedoch mindestens 35 Stunden, und dürfen höchstens 40 Stunden pro Woche arbeiten.
  • Der Praktikumsbetrieb bescheinigt die ordnungsgemäße Durchführung des Praktikums. --> insgesamt 12 Wochen
  • Zusammenhängende Praktika vor, während oder nach dem Bildungsgang: Weitere Praktika zum Nachweis des halbjährigen Praktikums sind entweder unmittelbar vor Eintritt in den Bildungsgang, während der Ferien im Bildungsgang oder nach Abschluss des Bildungsganges zu absolvieren und werden von der Schule im abgeleisteten Umfang anerkannt.
  • Das Betriebspraktikum ist teilbar. Die Mindestdauer eines anrechenbaren Betriebspraktikums beträgt zwei Wochen.
  • Die wöchentliche Arbeitszeit regelt sich nach den gesetzlichen und tariflichen Bestimmungen und orientiert sich an einer 38,5 Stundenwoche. In diesem Rahmen richtet sich die Verteilung der Arbeitszeiten nach den Gegebenheiten im jeweiligen Betrieb. Die Schülerinnen und Schüler müssen jedoch mindestens 35 Stunden, und dürfen höchstens 40 Stunden pro Woche arbeiten. Teilzeitpraktika mit mindestens der Hälfte der regelmäßigen Arbeitszeit sind zulässig. Die Gesamtzeit verlängert sich entsprechend.
  • Der Praktikumsbetrieb bescheinigt die ordnungsgemäße Durchführung des Praktikums. --> insgesamt 12 Wochen

Ziele

Praktika dienen der Ergänzung der Unterrichtsinhalte. Sie haben die Aufgabe:

  • auf das Berufsleben vorzubereiten,
  • die Berufswahlentscheidung abzusichern,
  • eine Orientierung für ein mögliches Studium zu bieten.


Die Praktikantinnen und Praktikanten sollen durch Anschauung und eigene Mitarbeit grundlegende Kenntnisse über Arbeits- und Leistungsprozesse erwerben sowie Einblicke in Zusammenhänge betrieblicher/beruflicher Praxis gewinnen. Dabei sollen sie berufs- und fachbezogene Aufgaben lösen und sich auch mit den sozialen und kommunikativen Situationen während des Berufsalltages in den Betrieben auseinandersetzen.

Anforderungen an die Praktikumsstelle

Es ist Aufgabe der Schülerinnen und Schüler einen geeigneten Platz für die Durchführung des Praktikums zu finden. Vor Aufnahme eines Praktikums sollen sie sich von der Schule über die Anrechnungsfähigkeit beraten lassen. Zur Sicherung der Qualität soll das Praktikum nur in hierfür geeigneten Betrieben, Einrichtungen und Behörden durchgeführt werden, in denen die entsprechenden Tätigkeiten ausgeführt werden können. Als geeignet gelten in der Regel:

  • Betriebe, die zur Ausbildung in den entsprechenden Berufen berechtigt sind
  • Einrichtungen oder Behörden, die die Berechtigung haben, in einem entsprechenden anerkannten Beruf auszubilden

Die wöchentliche Arbeitszeit regelt sich nach den gesetzlichen und tariflichen Bestimmungen (d.h. ca. 38,5 WST).

Der Praktikumsbetrieb oder die Einrichtung, in der das Praktikum abgeleistet wird, stellt die ordnungsgemäße Durchführung des Praktikums nach der Praktikums- und Ausbildungsordnung sicher und stellt eine Praktikumsbescheinigung aus.


Tätigkeiten während des Praktikums

Im Praktikum soll ein möglichst breites Spektrum der nachfolgend aufgeführten Arbeitsbereiche abgedeckt werden. Insbesondere erwerben die Praktikantinnen und Praktikanten grundlegende Kenntnisse und Erfahrungen über

  • den Aufbau und die Funktion der betrieblichen Organisation
  • die Abwicklung eines Gesamtprodukts/-auftrags, einer Dienstleistung oder eines Arbeitsprozesses
  • die Sozialstrukturen und gesellschaftlichen Konsequenzen betrieblicher/beruflicher Handlungen.

Das Praktikum ist in hierfür geeigneten Betrieben und Einrichtungen durchzuführen, die sicherstellen, dass eine Anleitung durch eine Fachkraft erfolgt.

Für die Vermittlung grundlegender Kenntnisse und praktischer Erfahrungen über Gesamtprodukte und -aufträge sowie Dienstleistungen und Arbeitsprozesse sind folgende Arbeitsbereiche maßgeblich:

  • Teilnahme an Gesamt- und Teilprozessen der Alltagsroutine (z.B. Gruppen-, Teambesprechungen, Arbeitsaufteilungen, sozialpädagogische, pflegerische, therapeutische Leistungen)
  • Vorbereitung, Gestaltung und Reflexion beruflicher Kommunikationsprozesse mit Mitarbeitern, Vorgesetzten und Klienten/Bezugsgruppen
  • Sachgerechter und ökonomischer Einsatz von Arbeitsmitteln, Geräten und Materialien auch unter ökologischen und sicherheitstechnischen Gesichtspunkten
  • Entwicklung einer angemessenen professionellen Rolle im Arbeits- und Kommunikationsprozess sowie Entwicklung und Anwendung entsprechender Handlungsstrategien
  • Logistische Leistungen und Verwaltungshandeln, Beachtung von ergonomischen/rationellen Grundsätzen.

Unsere Absolventen

zweijährige Berufsfachschule Gesundheit 2018

Am 29.06.2018 feierten die diesjährigen Absolventen der zweijährigen Berufsfachschule Gesundheit ihren Abschluss.

zweijährige Berufsfachschule Gesundheit 2017

Gemeinsam mit den Abschlussklassen der Fachoberschule des beruflichen Gymnasiums fand dieses Jahr am 30.06.2017 die Abschlussfeier statt, wie gewohnt, in einem feierlichen Rahmen, mit Musik, Moderation und feierlichen Reden. (mehr)